Indonesia

Anwendung eines risikobasierten Ansatzes im Handelsministerium

  • Allianz Projekt

  • Status: In Umsetzung

  • Dauer: Q2/2019 – Q3/2021 

Das Projekt entwickelt und verwendet systematische Risikoindikatoren für die Lizenzierung und Kontrolle der Güter nach der Zollabfertigung seitens des indonesischen Handelsministeriums. Dies unterstützt die Bemühungen des Landes, ein vollständig integriertes Risikomanagementsystem zu etablieren und die Kontrollen sowohl für das Ministerium als auch für die Händler effizienter und schneller zu gestalten.

DIE HERAUSFORDERUNG

Das indonesische Handelsministerium ist für mehrere export- und importrelevante Dokumente und Prozesse zuständig. Im Jahr 2018 erhielt das Ministerium ein neues Mandat, um die Einfuhr von verbotenen und/oder eingeschränkten Gütern („Lartas“) nach der Zollabfertigung zu kontrollieren. Das hohe Volumen an Importen und Exporten in Verbindung mit den neuen Lartas-Verfahren führt zu Ineffizienzen und längeren Bearbeitungszeiten für vorgeschriebene Dokumente und Lizenzen für Händler.

WAS WIR TUN

In diesem Allianz-Projekt entwickelt das Ministerium einen erkenntnisgestützten, risikobasierten Ansatz für Kontrollen und Handelserleichterungen. Das Projekt arbeitet in den folgenden Bereichen:

  • Entwicklung und Anwendung von systematischen Risikoindikatoren für zwei Kernprozesse zur Verbesserung von Kontrollen. Diese Prozesse sind a) die Erteilung von Import- und Exportlizenzen und b) die Kontrolle von Gütern nach der Zollabfertigung. Sie dienen als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines integrierten Risikomanagementsystems, das auf alle relevanten Prozesse des Ministeriums und von Grenzbehörden ausgeweitet werden kann.
  • Vereinfachung der Verfahren durch die Einführung eines sogenannten „reputable company“-Schemas zur Unterstützung von Wirtschaftsbeteiligten, die Vorschriften bekannterweise einhalten. Dieses Schema ist modellhaft nach dem „Authorised Economic Operator“ (AEO) Programm des indonesischen Zolls aufgebaut. Erreicht wird dies durch eine verbesserte behördenübergreifende Zusammenarbeit sowie den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen der Zollverwaltung und dem Ministerium.
  • Eine Gruppe von Unternehmen testet im Rahmen eines Pilotprojekts den neuen risikobasierten Ansatz sowie das „reputable company“-Schema und gibt Feedback dazu. Dies wird in Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium, dem indonesischen Zoll und dem Indonesia National Single Window durchgeführt. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen werden die Prozesse verfeinert und schließlich für alle Wirtschaftsbeteiligten angewandt.

DIE VORTEILE

  • Ein verbessertes Risikomanagement führt zu einer schnelleren Bearbeitung von Import- und Exportlizenzen und weniger Interventionen. Gefährliche Güter oder nicht konforme Händler können gezielter und effektiver kontrolliert werden.
  • Das Ministerium schafft Anreize für Handelsunternehmen, in Compliance zu investieren und alle relevanten Gesetze und Vorschriften einzuhalten.
  • Die aktive Einbindung des Privatsektors, der Verbände und einzelner Unternehmen, die ihre Branchenkenntnisse und -erfahrungen einbringen, sorgt für eine realistische Einschätzung aus der Perspektive der Wirtschaftsbeteiligten.
  • Indonesien kommt der Erfüllung ihrer globalen Verpflichtungen zu Handelserleichterungen nach, in dem der Artikel 7.4 „Risikomanagement“ des WTO TFA implementiert wird.

WIE SIE SICH BETEILIGEN KÖNNEN

Arbeiten Sie für ein Unternehmen mit internationalen Lieferketten? Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie mehr über das Projekt und die Allianz erfahren möchten.

BEZUG ZUM ABKOMMEN ÜBER HANDELSERLEICHTERUNGEN

Das Projekt trägt zur Umsetzung des folgenden Artikels des WTO Abkommens für Handelserleichterungen bei:

  • Artikel 7.4: Risk Management

NEWS LINKS

KONTAKT

Dr. Ceren Erdogan
Projektleitung
ceren.erdogan@giz.de

Vera Tjandrawinata
Projektleiterin
vera.tjandrawinata@giz.de

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